Fronttheater
sw
Uraufführung 24.09.1942
Produktion    Terra
Regie           
Drehbuch      Georg Hurdalek
Musik           Werner Bochmann
Darsteller      Heinz Rühmann
                     Heli Finkenzeller (Schauspielerin Lena Meinhardt)
                     René Deltgen (Dr. Paul Meinhardt)
                     Lothar Firmans (Regisseur Langhammer)
                     Heinz Söhnker
Heinz Rühmann in einem 17-Sekunden-Auftritt.
Die Schauspielerin Lena hat Dr. Paul Meinhardt geheiratet und ihm zuliebe ihren Beruf aufgegeben. Als dieser eingezogen wird, läßt sie sich überreden, mit einem Fronttheater auf Tournee zu gehen - was sie aber ihrem Mann verschweigt. Als dieser unangekündigt für eine Nacht zurück nach Berlin kommt und sie nicht antrifft, glaubt er an das Ende ihrer Ehe und gibt jeden Kontakt zu ihr auf. Pauls Flakeinheit wird nach Griechenland verlegt, wo auch Lena's Theatergruppe auftritt. Sie sucht ihn dort zunächst vergeblich, doch bei einer Aufführung renken die Kameraden alles wieder ein.

Heinz Rühmann tritt für 17 Sekunden auf: im Pariser KdF-Künstlerheim trifft er an der Rezeption Hans Söhnker. Der Rezeptionist fragt Hans Söhnker nach dem Passierschein und Heinz Rühmann nach seiner Fahrkarte. Da erkennen sich die beiden Schauspieler, die zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Filme, Eva und den "Mustergatten" gemeinsam gespielt haben:

Heinz Rühmann Hallo!
Hans Söhnker Hallo, haha!
Heinz Rühmann Hei, Hans, wie geht's denn?
Hans Söhnker Danke, ausgezeichnet, und selber?
Heinz Rühmann Danke, gut.
Hans Söhnker Wo geht's denn hin?
Heinz Rühmann Ich fahr nach Bordeaux.
Hans Söhnker Der Mustergatte
Heinz Rühmann Ja, natürlich. Und wo fährst Du hin?
Hans Söhnker Nach Orleans.
Heinz Rühmann Ach, spielst die große Kurve, was?
Hans Söhnker Natürlich, was dach'st Du? Die Jungfrau?

"Das wird eine Kurve" etc. ist zu verstehen wie "den werden wir herumkriegen".

 

Ein Propagandafilm erster Güte. Die Soldaten sitzen in bequemen Unterkünften, schießen ab und zu einen alten feindlichen Doppeldecker ab und hören in der Freizeit Radio Berlin, wenn nicht gerade das Fronttheater auftritt. Heldenhaft unterstützen die Frauen den Kriegseinsatz: die Dienstmädchen dürfen nach Hause, überflüssige Zimmer werden zugesperrt und auf geht es in den Arbeitseinsatz. Und die Herren Staatsschauspieler beteiligen sich an der NS-Gemeinschaft "Kraft-durch-Freude" und sind unermüdlich unterwegs, die Truppen aufzuheitern. Das in einem antiken griechischen Theater Lessing gespielt wird, ist jetzt auch selbstverständlich.

"Staatspolitisch wertvoll" und "volkstümlich wertvoll" wurde dieser Film eingestuft, in dem die Soldaten schon mit "Heil Hitler" grüßen, was in der Wehrmacht erst nach dem 20. Juli 1944 mußten ...

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Quellennachweis:
http://www.chez.com/johannes/Ruehmann/Ruehmann_DFronttheater.htm
 
© 2003 Michael Knoke
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