Die anderen haben das Wort

 

Wir danken Edith Jeske für die Erlaubnis, diese Nachrufe präsentieren zu dürfen.
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Nachrufe

Loriot:
Für mich ist er eine der ganz großen Figuren, die weit über das Maß
des einfachen Schauspielerischen zum Begriff geworden sind. Uns
verbindet die Darstellung bürgerlicher Schwächen.
 
Lilo Pulver:
Heinz Rühmann ist mein Lieblingsschauspieler Obwohl er sehr
Ernst ist und ich sehr fröhlich bin, haben wir uns phantastisch
verstanden. An seinen verschmitzten Augen war leicht zu
erkennen, was er gerade dachte. Und wenn ich dann laut loslachte,
stimmte er mit ein. Er nannte mich seine ganze Freude.
 
Anny Ondra:
Heinz Rühmann ist für mich einfach ein herrlicher Schauspieler.
Er hat einen anständigen, feinen Charakter, und es hat mir immer imponiert,
was für ein vorbildlicher Ehemann er war.
 
Fritz Muliar:
Es gibt wenige Schauspieler, die ich so bewundere wie Heinz Rühmann.
Denn ich weiß, wie schwer der weg ist von einem zum Komiker
gestempelten zum großen Charakterdarsteller. Charakteristisch für
ihn sind seine Wortkargheit und seine Stille, aber er strömt eine
unendliche Güte aus. Er hat einen Mittelweg gefunden zwischen
Komik und Herzlichkeit, zwischen Stille und Schreihalstum.
 
Gert Fröbe:
Es gibt keinen komischeren Liebhaber in den letzten
fünfzig Jahren als ihn.
 
Senta Berger:
Er ist genial. Er macht Kompliziertes einfach und das Einfache wiederum
so vielschichtig, daß man sieht, wie kompliziert das Einfache ist.
Am meisten liebe ich aber seinen trockenen Humor.
Ich finde ihn fabelhaft. In unzähligen Filmen war er
mein Partner und immer ein stiller, unaufdringlicher Kollege und Freund.
seine Verschlossenheit muß man zu würdigen wissen, sie ist Ausdruck
absoluter Ehrlichkeit. Nichts am Wesen dieses Mannes ist falsch.
 
Kurt Horwitz:
Ich habe viel mit ihm gespielt, und wir haben viel miteinander gelacht.
Er war ein außerordentlicher Kamerad. Rühmann war einfach ein
Mensch - er hat nie auf Künstler gemacht. Er hat nie gequatscht und war
unbeschädigt von falschen literarischen Floskeln.
 
Anita Kupsch:
Rühmann spielte zu keiner Sekunde den allmächtigen, allwissenden
Diktator im Studio. Er war für alle Hinweise unseres Regisseurs
Rainer Wolffhardt dankbar und aufgeschlossen. Er kehrte nie
den Star heraus. Er gab mir keine onkelhaften Tips oder
hochnäsigen Anweisungen. Und um ein weiteres Vorurteil
auszuräumen: Rühmann hat auch als Privatmann Witz und Humor.
 
Fernandel:
Er ist ein Wunderbarer Kollege.
Wir haben uns öfter versprochen er nie.
(1966)
 
Hannelore Schroth:
Rühmann war für mich der erste Regisseur, der so geprobt hat,
wie man es meiner Meinung nach machen muß. Er sagte
damals zu mir, es sei nicht so gut, wenn man eine Textpassage
lernt und dann runterkurbelt - man müsse den ganzen Stoff
vor Augen haben. Deshalb ließ Rühmann die ganze
Dekoration aufbauen, und wir probten vier Wochen
lang darin. Erst als alles fix und fertig war, wurde gedreht.
Ich glaube, wir haben daraufhin nur ein Drittel der Zeit
benötigt , die man sonst für einen Film braucht.
 
O. W. Fischer:
Ich war nie so zufrieden wie Rühmann.
 
Loni von Friedl:
Ich war noch sehr jung und hatte als Anfängerin einen
Riesenrespekt vor ihn. Er merkte das und war nun ganz besonders
freundlich zu mir . Ich habe inzwischen am Burgtheater mit vielen
großen Kollegen zu tun gehabt, aber Rühmann gehört zu den
außergewöhnlichsten Schauspielern, die ich je traf.
 
Oleg Popov, Clown:
Es war in meinem Kostüm nund meiner Maske nicht von mir zu
unterscheiden. Wir hatten nur zwei Tage zum Proben, doch er
überzeugte mich, daß ein großer Künstler in allem großartig ist.
Trotz der Sprachbarriere verstanden wir uns ausgezeichnet -
sozusagen mit dem Herzen.
 
Bernhard Paul ( Zirkus Roncalli)
Früher war Heinz Rühmann ein Komiker, heute ist er ein Clown.
So einer wie Charlie Chaplin, der die Menschen zum Weinen und
zum Lachen bringen kann.
Mit einem guten Clown ist es vielleicht wie mit einem Wein:
Je älter er wird, desto besser wird er. Rühmann ist von Jahr zu
Jahr reifer geworden. Ich als kleiner Clown weiß, wovon ich rede -
Wie schwer es ist, Menschen zu unterhalten. Sie zu faszinieren,
ihr Herz schneller oder langsamer schlagen zu lassen.
Rühmann hat sie, diese magische Kraft.
(1985)
 
Hans Joachim Kulenkampff:
Man hat auch viel mit den Herzmuskeln gelacht und nicht nur
mit den Lachmuskeln, Heinz Rühmann das ist jenseits der
Neidgrenze. Mario Simmel ist ja nicht neidisch auf Dostojewski,
Rühmann schwebt über allen: weiß alles, darf alles.
 
Max Schmeling:
Ich bin zwei Jahre Weltmeister gewesen. Aber ein anderer,
der war noch länger Weltmeister: Heinz Rühmann
wurde Weltmeister der Freude.
 
Alfred Weidemann, Regisseur:
Man sagt immer, er sei schwierig. Aber das stimmt gar nicht.
Er ist eben ungeheuer anspruchsvoll, das heißt: ein Gegner
der Mittelmäßigkeit und Schlamperei.
 
Wolfgang Glück, Regisseur:
Es stimmt ganz einfach nicht, daß Rühmann ein schwieriger
Mann ist. Ganz im Gegenteil: bisher habe ich wenige Schauspieler
kennen gelernt, die so kooperativ waren wie er.
 
Hans Schweikart, Regisseur:
Als Schauspieler ist er ein Mensch mit einer großen Begabung,
die Dämonie im Spießer dazustellen. Damit verteilt er
gleichzeitig den Spießer, und deshalb ist er so beliebt.
 
Helmut Käutner, Regisseur:
Er ist immer der kleine Mann, der sich letzten Endes durchzusetzen
versteht. Privat ist er ein Zurückgezogener, immer freundlich, immer
leise. Unkollegial ist er nicht, er verkehrt nur überhaupt nicht
mit seinen Kollegen. Das Merkwürdigste: der Komiker Rühmann
wirkte stets etwas verletzt, wenn man bei Proben über ihn lachte.
 
Prof. Ulrich Erfurth,
Regisseur von Keine Angst vor großen Tieren:
Er schluckte alles in sich hinein, und manchmal wußte er
wirklich nicht, ob er lachen oder ein ernstes Gesicht
machen sollte. Ein paar Mal überkam es mich einfach,
ich habe ihn geschüttelt und gebrüllt: Nun lach doch
endlich! Aber Rühmann stand dann ganz still und klein
vor mir und meinte nur leise:
Sie sind halt ein anderes  Temperament.
Ich glaube dieser Mann mehr Herz hat, als viele meinen.
Aber um dieses Herz ist eine fruchtbar
dicke Verpackung.
 
Fritz Kortner, Regisseur:
Ein völlig ungewöhnlicher Schauspieler, absolut
unterschätzt. Der kann so leise sein, daß man seiner
Umgebung das Gras wachsen hört.
 
August Everding,
Generalintendant der Bayer. Staatstheater:
Sie waren nie nur Schauspieler, sie waren auch ein verkappter
Pädagoge, ein einfühlsamer Familientherapeut. Sie wissen,
daß Kränkungen krank machen. Aber Sie haben uns immer
gelehrt, daß es sich dennoch lohnt zu leben. Daß man trotz allem
noch lachen kann. Nie hab ich hoffnungslosere Augen,
nie hoffnungsvollere Augen gesehen. Ihr Ausdruck war immer
entwaffnend. Sie haben uns Menschen begriffen. In unserer
Dummheit und in unserem Ernst, in unserer Fröhlichkeit
und Spielfreude.
 
Gyula Trebitsch, Produzent:
Er hat sich nur mit 100 Prozent zufriedengegeben.
99 haben ihn nicht gereicht.
Wenn ich an Heinz Rühmann denke, dann sehe ich,
daß Talent nicht alles ist. Man muß auch Charakter
haben und zwar einen guten.
 
Der Inhaber eines Theaterbüffets:
Wenn Sie Vorstellungen haben, Heinz Rühmann, dann
Saufen mir die Leute glatt die letzten Bestände weg!
 
 
Helmut Käutner:
Als Star war er ein Mensch.
Als Mensch war er ein Star.
 
August Everding:
Ein David, der alle Goliaths weghüstelte.
 
Roman Herzog:
Rühmann war einer von den freundlichen,
umgänglichen, ganz großen Künstlern.
 
Rudolf Scharping:
Mit seinen leisen und lustigen Tönen, mit seinen
selten ungebrochen strahlenden Helden, ist ihm eine
Darstellung des Komödiantischen gelungen, wie sie in
Deutschland selten ist. Er wird uns fehlen.
 
Klaus Kinkel:
Mehr als sechzig Jahre lang hat Rühmann den
Menschen Freude geschenkt. Dieser kleine
große Mann hat sich bereits zu Lebzeiten
ein Denkmal gesetzt.
 
Eberhard Diepgen:
Ich persönlich trauere um einen großen Künstler,
der der Nachkriegsgeneration ebenso wie deren
Eltern ein unvergeßliches Beispiel an Lebensweisheit
und Humor auch unter schweren Bedingungen
Vorgelebt hat.
 
Johannes Rau:
Wir trauern um einen der bedeutendsten und
beliebtesten deutschen Film und Theaterschauspieler,
der nicht nur meine Generation begeistert, sondern
auch die Herzen der jungen Menschen erreicht hat.
 
Rene Kollo:
Daß er 92 Jahre alt werden durfte, das ist doch
ein Geschenk Gottes. Für mich war er einer
eer tollsten Schauspieler.
 
 
 
Aus dem Buch :
Heinz Rühmann - Gedanken & Zitate
von Edith Jeske
Verlag Leib & Seele
ISBN 3-906715-08-6
 
 
© Verlag Leib&Seele
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